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Dienstag, 30 Oktober, 2012

Die Immobilienkredite werden kurz- und mittelfristig nicht wieder steigen und auf ihrem sehr tiefen Niveau verbleiben. Diese Ansicht vertritt Marco Bargel, der als Chefsvolkswirt für die Postbank tätig ist. Durch die anhaltende Eurokrise sei die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, den Leitzins niedrig zu halten, so der Experte. Vermutlich werde sie ihn von jetzt 0,75 Prozent sogar noch auf 0,5 Prozent senken, um die schwache Konjunktur zu befeuern, ist der Mann von der Postbank überzeugt. Schon die Senkung auf 0,75 Prozent, die im Juli erfolgt war, bedeutete einen historisch einmaligen Schritt in der Geschichte der EZB.

Der Zusammenhang zwischen Leitzins und Immobilienkrediten 

Die Höhe des Leitzinses zeigt an, wie teuer oder günstig sich Banken refinanzieren können. Denn zum Leitzins können sie sich Geld von der Notenbank leihen. Zudem hängt auch der EURIBOR (European Inter Bank Offered Rate) vom Leitzins ab. Dieser bestimmt, zu welchem Zinssatz sich die Banken gegenseitig Geld leihen können. Die Geldhäuser stehen anschließend in der Pflicht, einen Weg zu finden, auf dem sie diese Kredite nicht nur zurückzahlen können, sondern auch noch eine Rendite machen. Die Ausgabe von Immobilienkrediten ist dafür besonders beliebt: Diese haben häufig eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren und gelten in Deutschland fast als ausfallsicher. Je tiefer der Leitzins ist, desto tiefer können auch die Banken mit den Immobilienkreditzinsen gehen und trotzdem noch eine Rendite erzielen. Derzeit bewegen sich die entsprechenden Zinssätze knapp unter drei Prozent und liegen damit noch deutlich über dem Leitzins und dem EURIBOR.

Postbank sieht dunkle Wolken am Horizont 

Allerdings sieht die Postbank für die Zukunft des Leitzinses Probleme aufziehen. So werde die EZB in den kommenden Wochen wohl deutlich unter Druck geraten, glaubt Bargel, da die Inflation im Euroraum überraschend auf 2,6 Prozent geklettert ist und damit deutlich über dem Inflationsziel von 2,0 Prozent liegt. Ein zügigen Trendwechsel werde es beim Leitzins dennoch nicht geben, so der Experte: Die EZB werde diesen erst wieder erhöhen, wenn sich die Konjunktur in der Eurozone erholt habe und nachhaltige Erfolge bei der Bekämpfung der Staatsschuldenkrise zu verzeichnen seien.