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Montag, 28 September, 2009

Was ist SEPA?

Obwohl es möglich ist, in den 15 Euro-Ländern problemlos mit dem Euro in bar zu zahlen, gibt es noch keinen gemeinsamen bargeldlosen Zahlungsverkehr. Mit  SEPA (Single Euro Payments Area) soll sich das ändern.  Alle Zahlungen in den Euro-Raum werden wie inländische Zahlungen behandelt. Mit SEPA wird damit nicht mehr – wie derzeit – zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden. Mit der Unterzeichnung der Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (Payment Services Directive = PSD) durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat wurde dazu der einheitliche Rechtsrahmen für den gemeinsamen bargeldlosen Zahlungsverkehr geschaffen. Da bisher jedes Land über eigene technische Standards verfügte und auch die Systeme der Kontonummern sehr unterschiedlich waren, werden nun mit SEPA diese Barrieren im europäischen Zahlungsverkehr abgebaut. Die Banken haben dazu gemeinsame Standards entwickelt, die bis 2010 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören die SEPA-Lastschrift, SEPA-Kartenzahlung und SEPA-Überweisung. Zum SEPA-Raum zählen neben allen 27 Ländern der Europäischen Union auch Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Vorteile für den Verbraucher

Überweisungen auf Konten in andere Europäische Länder sollen mit der SEPA-Überweisung nicht länger als drei, ab 2012 nur noch einen Werktag dauern. Für die SEPA-Überweisung benötigt man die internationale Kontonummer seines Kontos (IBAN) und den internationalen Bankcode (BIC). Künftig kann außerdem bei Einkäufen im Ausland das Lastschriftverfahren genutzt werden. Verbraucher können außerdem ihre Debitkarte europaweit verwenden, und zwar nicht mehr wie bisher fast ausschließlich für Barabhebungen, sondern beispielsweise auch für Einkäufe oder in Restaurants, was Reisenden aus Deutschland im Euro Raum entgegen kommt. Mit der SEPA-Kartenzahlung kann man mit seiner Bankkarte an allen Bankautomaten in allen Europäischen Ländern Geld abheben.  SEPA ermöglicht bis Ende 2009, im SEPA-Raum grenzüberschreitend per Lastschrift zu zahlen. Für Unternehmen bietet SEPA Kostensenkungspotentiale, mussten doch grenzüberschreitend tätige Unternehmen in fast allen Ländern, in denen sie tätig waren, ein Konto unterhalten. Künftig soll ein Konto bei der Hausbank genügen, um alle Bankgeschäfte europaweit abwickeln zu können. Auch Aspekte des Verbraucherschutzes wurden berücksichtigt. Dazu zählen u.a. Informationspflichten, die die Zahlungsdienstleister dem Kunden gegenüber zu erfüllen hat. Außerdem muss der Kunde nur noch bis zu 150 Euro haften, wenn – etwa nach Diebstahl der Bankkunden-Karte – von seinem Konto nicht genehmigte Zahlungen erfolgt sind. Dies gilt, bis er seine Karte hat sperren lassen, und nur dann, wenn er nicht grundsätzlich gegen seine Sorgfalts-pflichten verstoßen hat.

SEPA  Nachteile

SEPA Überweisungen können nur in Euro erfolgen. Will ein Verbraucher die Miete für sein Strandhaus in Dänemark nicht in Euro, sondern in Kronen überweisen, bedarf es weiterhin einer Auslandsüberweisung. Das SEPA Lastschriftverfahren birgt im Vergleich zum unbürokratischen deutschen Lastschriftverfahren den Nachteil, das man nur noch unter Angabe von Gründen rückbuchen lassen kann. Kunden müssen bei einer SEPA-Lastschrift vor der Abbuchung benachrichtigt werden. Das birgt für den Verbraucher jedoch keine wirklichen Vorteile, meint zumindest der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Ein weiteres Problem ist, dass die deutsche Lastschrift und die EU-Lastschrift zwar beide Lastschrift heißen, aber einen unterschiedlichen Rechtsrahmen haben. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen schreibt: „Es ist schwer vorauszusagen, wie Gerichte bei Problemen mit der neuen Lastschrift entscheiden werden, vermutlich aber anders als bisher.” Bereits jetzt kann man an 85% aller Bankautomaten in Europa mit einer deutschen Bankkarte problemlos Bargeld erhalten.