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Montag, 23 April, 2012

Zahlreiche langjährig Versicherte können die Beiträge ihrer privaten Krankenkasse nicht mehr bezahlen, wie die Verbraucherzentrale Bayern meldet. Besonders kritisiert wird in diesem Zusammenhang, dass ein Wechsel in einen günstigeren Tarif durch die Kassen erschwert wird oder gar unmöglich ist.

Beitragserhöhungen um bis zu 60 Prozent

Bundesweit wurden im ersten Quartal 2012 zahlreiche Beschwerden überprüft. Die Verbraucherzentralen stellten zum Jahreswechsel eine durchschnittliche Beitragserhöhung um 23,9 Prozent fest, der Höchstwert lag bei 60 Prozent. Bund und Länder sind sich in Sachen Verbraucherschutz einig: Bei einem derartigen Anstieg der Prämien muss zumindest ein Wechsel möglich sein, ohne dass dem Versicherten Nachteile entstehen.

Ältere Kunden sind besonders benachteiligt

Die bundesweite Auswertung der Überprüfungen durch die Verbraucherschützer hat ergeben, dass vor allem Personen über 45 Jahre und bereits seit mehr als zehn Jahren bestehende Verträge von den Beitragserhöhungen betroffen sind. Wie der zuständige Berater der Verbraucherzentrale Bayern, Bastian Landdorff, bestätigt, können viele Kunden die Versicherungsprämien nicht mehr bezahlen, aber auch nicht in einen günstigeren Tarif wechseln. Von 144 überprüften Beschwerden konnte lediglich in vier Fällen ein eindeutiges vertragliches Wechselrecht festgestellt werden.

Tarifgestaltung erschwert den Wechsel

Die Problematik liegt in der Tarifgestaltung. Langjährige Kunden sind an Tarife gebunden, die längst nicht mehr verkauft werden, kritisiert Stefan Straub als zuständiger Referent der Verbraucherzentrale Bayern. Aufgrund der vielen älteren Versicherten steigen die Beiträge überdurchschnittlich an, während jüngere Kunden neue, günstigere Tarife abschließen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter oder in einen günstigeren Tarif wird älteren Versicherten vor allem durch einen Verlust der Altersrückstellungen und eine erneute Gesundheitsprüfung erschwert, wie Straub weiter bemängelt.

Verbraucherschützer fordern eine Verbesserung der Wechselmöglichkeiten

Bislang bleiben die Altersrückstellungen lediglich bei Verträgen erhalten, die ab dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden. Für langjährig Versicherte ist ein Wechsel daher mit größeren Verlusten verbunden. Teuer kann ein eigentlich günstigerer Tarif vor allem für ältere Personen werden, wenn die Aufnahme mit einer Gesundheitsprüfung verbunden ist und daraus resultierend Zuschläge erhoben werden. Hier fordern die Verbraucherzentralen eine Verbesserung.