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Samstag, 15 August, 2009

In eine neue Runde geht die Auseinandersetzung um die Nutzung von Geldautomaten durch Kunden fremder Institute. Hier bestätigte das Landgericht Heilbronn eine einstweilige Verfügung gegen die örtliche Sparkasse. Gesperrt hatte diese ihre Geldautomaten für die Visa-Kunden verschiedener Direktbanken. Dies wurde der Banken in einem Urteil durch das Gericht untersagt. Helga Hannelore Kümmel, Vorsitzende Richterin am Landgericht sagte: „Der Ausschluss einzelner Banken stellt eine gezielte Behinderung von Mitbewerbern dar.“

Einstweilige Anordnungen gegen andere Sparkassen erlassen hatten zuvor bereits zwei weitere Landgerichte, da diese Geldinstitute ähnliche Restriktionen für Visa-Karten eingeführt hatten. Auf die Seite der Sparkasse hatte sich dabei ein Landgericht geschlagen. Nach einer mündlichen Verhandlung wurde nun in Heilbronn jedoch erstmals ein Urteil gesprochen. Besondere Bedeutung kommt diesem Richterspruch deswegen zu. Nicht mit dem Urteil abfinden will sich jedoch die Sparkasse Heilbronn. Das Geldinstitut denkt nun darüber nach, lieber den Rahmenvertrag mit Visa zu kündigen, statt die Automaten wieder für alle Visa-Kartenbesitzer freizugeben. Die Sparkasse könnte dann ihre Automaten für Visa-Karten zum Geld abheben sperren, aber gleichzeitig würde ihnen auch die Möglichkeit entzogen, selbst Visa-Karten auszugeben.

VISA Abhebungen kosten zwischen Bank bis zu 1,74 Euro

Wenn dies zur Regel werden würde, könnte es für viele Deutsche bald sehr kompliziert werden, an Geldautomaten Bargeld abzuheben. Ein Streit um Gebühren, ist der Hintergrund der Auseinandersetzung, der sich bereits seit Monaten hinzieht. Denn die fremde Bank kann maximal ein 1,74 € in Rechnung stellen, wenn der Kunde mit einer Visa-Karte Geld von einem Automaten abhebt, der nicht zu seiner eigenen Bank gehört. Mit den Banken festgelegt hat dies Visa in seinen Rahmenverträgen. Die Gebühren frei festlegen kann hingegen ein Institut, in dessen Besitz der Geldautomat ist, an dem ein Kunde mit einer EC/Maestro-Karte Geld von einem Automaten abhebt.

Meist auf das Zwei- oder Dreifache der 1,74 € für Visa-Abhebungen belaufen sich diese. Sogar noch weit mehr verlangen einige Sparkassen und Volksbanken. Die Volksbank in Kinzigtal steht dabei an der Spitze. Denn eine Gebühr von 20 € an die Volksbank Kinzigtal überweisen muss der Kunde eines anderen Kreditinstitutes, wenn er dort Geld mit einer ECE/Maestro-Karte abhebt. Direktbanken, die selbst keine oder nur sehr wenige Geldautomaten betreiben, profitieren von der Gebührenbegrenzung bei Visa-Kreditkarten. In den vergangenen Jahren haben sie ihre Kunden mit sehr günstigen oder sogar kostenlosen Visakarten ausgestattet. Diese können damit kostenlos deutschland- oder sogar europaweite Geld an allen Automaten abheben. Dabei übernimmt die Direktbank sogar noch die Gebühr von 1,74 €. So locken Direktbanken Millionen Kunden an.

Unterhalt von Geldautomaten kostet vornehmlich Sparkassen und Volksbanken Geld

Die Sparkassen und Volksbanken sind Leidtragende. Sie gehören schließlich zu den größten Geldautomaten-Betreibern in Deutschland. Dass sie viel Geld in die Unterhaltung dieser Infrastruktur investieren, dafür aber keinen angemessenen Preis verlangen dürfen, wenn diese von anderen Banken und deren Kunden genutzt werden, dahingehend klagen Sparkassen und Volksbanken. Für die entsprechenden Kreditkarten mehrerer Direktbanken gesperrt haben daher rund 50 Sparkassen ihre Automaten. Dazu gehören unter anderem die Banken Comdirekt, Postbank, GE Moneybank, DKB, Volkswagen Bank, Santander Bank und ING-Diba. Dass einige Direktbanken sogar noch Gewinn aus den Gebührenbegrenzungen bei Abhebungen mit Visa-Karten schlagen, ärgert die Sparkassen und Volksbanken vor allem.

So verlangt beispielsweise die Santander Bank von ihren Kunden eine Gebühr von mindestens 5,70 €. Sofern das Geld an einem Sparkassenautomaten abgehoben wurde, erhält die Sparkasse davon jedoch nur ein 1,74 €. Eine andere Rechnung machen jedoch die Direktbanken auf. Dass die 1,74 € im europäischen Vergleich ohnehin bereits sehr hoch seien, darauf verweisen sie. Lediglich 0,60 € würden zudem die wahren Kosten für einen Geldabhebe-Vorgang betragen. Einige Hausbanken haben das Problem viel eleganter gelöst, während die Sparkassen sich seit Wochen ein juristisches Hin und Her mit den Direktbanken liefern. Denn nur an ein oder zwei Automaten ermöglichen die Volksbanken das Geld abheben mit Visa-Karten. Somit gibt die Volksbank den Kartenkunden die Möglichkeit des Geldabhebens rein formal. Und jene Geldautomaten, die wenig genutzt werden, da sie etwas abseits stehen, wählen dafür besonders findige Volksbanker aus.