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Sonntag, 20 Mai, 2012

Von den Beitragserhöhungen betroffen sind vor allem ältere Menschen und langjährig Versicherte, beanstandet die Verbraucherzentrale Bayern. Das Problem seien jedoch weniger die Beitragserhöhungen an sich, sondern die Schwierigkeiten für die Betroffenen, in einen günstigeren Tarif zu wechseln.

Verbraucherschützer fordern die Vereinfachung des Tarifwechsels

Die Verbraucherzentrale Bayern hat sich bundesweit mit anderen Organisationen zusammengeschlossen, um sich für eine Vereinfachung der Wechselmöglichkeiten einzusetzen. Dies betreffe sowohl den Wechsel in einen günstigeren Tarif beim bisherigen Anbieter als auch den Vertragsabschluss bei einer anderen Versicherung, lassen die Verbraucherschützer verlauten. Anlass dazu gab die Überprüfung zahlreicher Beschwerden von Versicherten, denen ein Wechsel in einen günstigeren Tarif nicht möglich war.

Die Zahlen sprechen für sich

Im ersten Quartal 2012 haben die Verbraucherschützer 144 Beschwerden überprüft, berichtet Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. Im Durchschnitt wurden bundesweit Beitragserhöhungen um 23,9 Prozent festgestellt, die Höchstwerte lagen bei 60 Prozent. Von den überprüften Fällen ergab sich lediglich in vier Fällen ein problemloses Wechselrecht aus den Verträgen.

Ältere Personen haben es besonders schwer

Die Überprüfungen ergaben weiterhin, dass vor allem Personen ab einem Alter von 45 Jahren und Verträge mit einer bisherigen Laufzeit von über zehn Jahren betroffen sind. Aufgrund der enormen Beitragserhöhungen können viele Versicherte die Prämien nicht mehr bezahlen, haben aber auch keine Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif zu wechseln.

Das Problem: Neue Tarifmodelle

Die Verbraucherschützer sehen die Problematik darin, dass es inzwischen zahlreiche neue Tarife gibt, die auf junge Menschen und Neukunden zugeschnitten sind, wohingegen ältere Tarife seit Jahren nicht mehr verkauft werden. Aufgrund der vielen älteren Versicherten in diesen Tarifen kalkulieren die Anbieter höhere Kosten, Anpassungen finden lediglich in Form der jährlichen Beitragserhöhungen statt. In neueren Tarifen sind überwiegend junge Menschen versichert, so dass hier die Beiträge niedriger gehalten werden können. Der Wechsel in einen günstigeren Tarif wird meist durch eine erneute Gesundheitsprüfung erschwert, auch würden Betroffene häufig ihre Altersrückstellungen verlieren. Eine Mitnahme ist lediglich für Verträge gewährleistet, die ab Januar 2009 abgeschlossen wurden. Hier sieht die Verbraucherzentrale Bayern konkreten Verbesserungsbedarf.