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Freitag, 11 März, 2011

Die Zinsen im Euroraum haben ihren Aufwärtstrend zu Beginn des neuen Jahres fortgesetzt. Zuletzt lag die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen bei rund 3,15% und damit so hoch wie seit April 2010 nicht mehr. Für den Renditeanstieg sind mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen verlief die Preisentwicklung im Euroraum zuletzt deutlich ungünstiger als erwartet. So lag die Inflationsrate im Januar bei 2,4% und damit klar über dem von der EZB als Preisstabilität definierten Ziel. Zum anderen dürften deutsche Bundesanleihen in ihrer Rolle als sicherer Hafen weiter zurückgedrängt worden sein. Hatten Investoren während der Finanz- und Wirtschaftskrise noch kräftig in die als sehr sicher geltenden deutschen Staatspapiere investiert, hat das Sicherheitsmotiv bei der Anlageentscheidung zuletzt wieder an Bedeutung verloren. Hierzu haben vor allem gute Konjunkturdaten beigetragen, die für die großen Mitgliedsländer der Eurozone eine Fortsetzung des dynamischen Aufschwungs nahelegen. In Deutschland kletterte der wichtige ifo-Geschäftsklimaindex zu Jahresbeginn sogar noch einmal auf einen neuen Rekordwert. Zur Beruhigung der Märkte beitragen dürfte aber auch die Tatsache, dass sich die Konsolidierung der Staatshaushalte im Euroraum auf einem guten Weg befindet. Die Defizite werden in diesem Jahr in den meisten Mitgliedstaaten deutlich niedriger ausfallen als in 2010, auch wenn nur sehr wenige Länder – darunter Deutschland – die im Stabilitäts- und Wachstumspakt verankerte Obergrenze von 3% des BIP einhalten werden.

Erhöhung der Leitzinsen nicht ausgeschlossen

Ein weiterer wichtiger Grund für den Renditeanstieg ist schließlich in einer veränderten Einschätzung der künftigen geldpolitischenRahmenbedingungen im Euroraum zu sehen. Denn nach ihrer Zinssitzung Anfang Januar schlug die Europäische Zentralbank mit Blick auf die gestiegene Teuerungsrate eine deutlich verschärfte Tonlage an. In "normalen" Zeiten wäre dieser Schwenk als Vorbereitung einer Zinsanhebung durch die Notenbank zu werten. Allerdings ist die Situation am Markt für Staatsanleihen nach unserer Einschätzung noch zu fragil für eine Änderung des geldpolitischen Kurses. Angesichts der immer noch hohen Budgetdefizite könnten die Kurse von Anleihen bonitätsschwacher Staaten auf eine Zinsanhebung oder ein Zurückfahren der Sondermaßnahmen empfindlich reagieren. Dies würde das Ziel der EZB, den Markt durch Käufe von Anleihen zu stabilisieren, konterkarieren. Insofern dürfte die Notenbank unseres Erachtens mit einem Zinsschritt noch etwas abwarten. Sollte die Inflationsrate in den kommenden Monaten allerdings nochmals signifikant ansteigen und deutlich über dem Stabilitätsziel der EZB verharren, ist eine Erhöhung der Leitzinsen im Euroraum noch vor dem vierten Quartal 2011 nicht mehr ausgeschlossen.

Moderater Zinsanstieg zu erwarten

Üblicherweise bleibt eine Änderung der Leitzinsen nicht ohne Folgen für den langfristigen Kapitalmarktzins und damit auch die Konditionen für Baudarlehen. Meist ist zu beobachten, dass die langfristigen Zinsen bereits im Vorfeld einer Leitzinserhöhung ansteigen. Bauherren und Eigenheimerwerber müssen sich daher in diesem Jahr auf weiter steigende Zinsen für Baugeld einstellen. Der Zinsanstieg dürfte aber moderat ausfallen, da die Notenbank den Leitzins nur sehr vorsichtig anheben wird, um den Aufschwung im Euroraum und die Konsolidierungsbemühungen der EWU-Staaten nicht zu gefährden.

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