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Mittwoch, 5 Januar, 2011

Seit 1. Januar 2011 haben es Betrüger am Geldautomaten nun schwerer. Alle Debitkarten in Deutschland, auch EC Karten genannt, verfügen nun über einen Sicherheitschip, der ein kopieren der Daten unmöglich macht. Ganz sicher ist das Geldabheben damit aber noch nicht: Die Schwachstelle der Debitkarten ist der Magnetstreifen. Er ist z.Zt. noch ohne Alternative, da er für eine Reihe von Funktionen noch unverzichtbar ist. Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Verbraucherschutzministerium fordern deshalb eine schnelle Lösung, die den Magnetstreifen überflüssig macht.

Betrugsrisiko mit Magnetstreifen besteht weiter

Beim Skimming bauen Betrüger vor den Schlitz eines Geldautomaten eine Attrappe auf, in die der ahnungslose Kunde seine Debitkarte steckt. Die Attrappe liest die Daten vom Magnetstreifen ab, die Täter kopieren daraus eine Karte und heben im Ausland Geld ab. Der als fälschungssicher geltende EMV-Sicherheitschip kann den Betrug nun eindämmen. Der Chip wurde nach den drei Gesellschaften, die den internationalen Standard für Karten und Geldautomaten entwickelt haben, benannt: Europay International (heute MasterCard Europe), MasterCard und Visa. Ganz zufrieden ist das Bundeskriminalamt aber noch nicht und fordert die Einführung einer Debitkarte ohne Magnetstreifen. Das aber ist derzeit technisch noch nicht möglich, da der Chip nicht alle bisherigen Funktionen der Debitkarte ausführt. So ist ein Geld abheben in den Urlaubsländern Nordafrikas oder in den USA ohne Magnetstreifen nicht möglich. Auch das elektronische Lastschriftverfahren, also das Bezahlen im Handel mit Karte und Unterschrift, läuft nur über den Magnetstreifen, ebenso wie das Drucken von Kontoauszügen.

Deutscher Sparkassen- und Giroverband für Abschaffung des Magnetstreifens

Auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) unterstützt die Forderung, den Magnetstreifen von den Debitkarten zu entfernen. „Der Chip ist leistungsfähiger und sicherer als der Magnetstreifen. Deswegen geht die Entwicklung ganz klar weg vom Magnetstreifen hin zum Chip“, teilte der DSGV mit.  So sind die rund 45 Mio. SparkassenCards mit der neuesten und sichersten EMV-fähigen Chipgeneration ausgestattet und erfüllen damit alle Kriterien, die der europäische einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum für Kartenzahlungen vorsieht. Mit dem Chip können die Kunden an deutschen Geldautomaten Bargeld abheben und mit electronic cash (Karte und PIN) im Handel bezahlen. Das Bezahlen mit Karte und Unterschrift (so genanntes ELV-Verfahren) sowie Kontoauszugsdrucker und andere Anwendungen arbeiten jedoch noch mit dem Magnetstreifen. Bevor der Magnetstreifen auf den Karten entfallen kann, sind jedoch noch zahlreiche Umstellungen notwendig. Ab Juli 2011 sei es bei Sparkassen möglich, EC-Zahlungen nur noch über Chip und PIN-Eingabe abzuwickeln, ab 2012 alle Verfügungen am Geldautomaten. Danach werde der Kontoauszugsdrucker umgestellt. Der Magnetstreifen wird sich also noch eine Zeit lang auf den Debitkarten befinden, und damit besteht weiter das Risiko, dass Betrüger Daten ablesen.

V-Pay-Verfahren der Postbank

Die Postbank hat mit der Aushändigung einer neuen Girokonto-Kunden Karte im Dezember begonnen. Die Karte mit dem neuen V-Pay-Verfahren enthält den Chip und ermöglicht sichere Geldauszahlungen in den 32 Sepa-Staaten. Sie hat noch einen Magnetstreifen für Lastschriften und Kontoauszugsdrucker, Geldabheben ist aber nur noch über den Chip möglich. Für Reisen ins nicht-europäische Ausland empfiehlt die Postbank ihren Kunden eine Kreditkarte.