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Donnerstag, 22 Januar, 2015

Was bedeutet die Frankenaufwertung für die Schweizer Wirtschaft und die Eurozone? Wer hat einen Vorteil, wer den Nachteil und welche Auswirkungen hat die Frankenaufwertung für die Finanzmärkte?

Um diese Fragen zu beantworten müssen wir erst einmal die Hintergründe der Frankenaufwertung klären.

Wie kam es zu der Frankenaufwertung?

Die Schweizer Notenbank hat in den letzten Jahren den Franken künstlich schwach gehalten. Grundsätzlich sollte  1 Euro immer in etwa 1,20 Franken kosten (Mindestkurs). Wenn der der Euro allerdings für weniger Franken zu bekommen war, hat die Schweizer Notenbank eingegriffen und an den Devisenmärkten Euro gekauft. Seit etwa einer Woche hat die Schweizer Notenbank dieses Verhalten nun aufgegeben. Mit weitreichenden Folgen, denn derzeit ist 1 Euro für etwa 0,996 Franken zu bekommen.

Was sind die Folgen der Frankenaufwertung?

Der starke Franken hat gleichzeitig mehrere Auswirkungen auf mehreren Ebenen:

  • Für Urlauber, die aus der Eurozone in die Schweiz einreisen, wird der Urlaub erheblich teurer.

    Einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in der Schweiz ist der Tourismus. Durch die Frankenaufwertung könnten weniger EU Bürger ihren Urlaub in der Schweiz verbringen, welches eine Gefährdung der Arbeitsplätze in den entsprechenden Bereichen, wie der Gastronomie oder der Hotellerie, zur Folge hätte.
  • Die Ausfuhr von Waren aus der Schweiz wird teurer.

    Der starke Franken macht die Produkte im Ausland teurer. Die Wettbewerbsfähigkeit, gerade für mittelständige Unternehmen, wird unter Umständen erheblich sinken. Wobei durchaus auch gesagt werden muss, dass die Schweiz eine sehr starke Wirtschaft hat. Die Exporte könnten vielleicht erst einmal geschwächt und das Wirtschaftswachstum gedämpft werden, die letztendlichen Folgen bleiben aber abzuwarten.
  • Die Exportwirtschaft in Deutschland wird gestärkt

    Güter aus den EU Ländern, beispielsweise aus Deutschland, werden für die Schweizer günstiger. Eventuell werden viele Schweizer Unternehmen zukünftig in Deutschland investieren und hierzulande so mehr Arbeitsplätze schaffen.
  • Schweizer könnten zukünftig mehr Urlaub in Deutschland oder in der Eurozone machen, da der Euro günstiger ist.

    Durch den günstigeren Euro könnten Schweizer Urlauber nun verstärkt in die EU Länder Reisen. In den EU Ländern wird der Tourismus verstärkt und die Wirtschaft angekurbelt.
  • Kreditnehmer, die Kredite in Franken aufgenommen haben, müssen nun mehr für Ihre Kredite zahlen.

    Wer aus dem Ausland Kredite in Schweizer Franken aufgenommen hat, um von den günstigen Zinsen zu profitieren kann nun ein echtes Problem bekommen.  Doch das gilt längst nicht nur für private Anleger. Viele Städte und Kommunen, auch in Deutschland, haben ebenfalls Fremdwährungskredite aufgenommen. Die Höhe der letztendlichen Verluste bleibt abzuwarten.