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Mittwoch, 15 September, 2010

Wer nicht oft oder nie auf seinen Dispokredit zurückgreifen muß, fühlt sich in der (wieder mal) aktuellen Diskussion um die hohen Dispozinsen einiger Banken vielleicht nicht angesprochen. Dennoch, das Zinsverhalten beim Dispokredit einiger Institute ruft Unverständnis hervor und die Rufe nach Abzocke werden wieder lauter. Trotz Mini-Leitzins geben die meisten Banken und Sparkassen in Deutschland das niedrige Zinsniveau der EZB nach Angaben der Verbraucherschützer von Finanztest nur unzureichend an ihre Kunden weiter. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten nach Auswertung einer Studie in der etwa 1000 Banken nach der Höhe ihrer Dispozinsen untersucht wurden. Die geforderten Dispozinsen reichen danach von sechs bis maximal 17 Prozent.   Rückblick: Vor einiger Zeit forderte die Politik, dass Banken ihre günstigen Konditionen hinsichtlich der eigenen Geldbeschaffung, auch an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Am 01. September 2009 kam es dazu in Berlin unter dem damaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Vertretern bedeutender Kredit- und Wirtschaftsverbände zu einem Treffen. Auf dieser Konferenz verpflichteten sich die teilnehmenden Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft u.a. bei Dispo-Krediten bessere Konditionen anzubieten. Anscheinend ist diese "Selbstverpflichtung" bei den meisten wieder in Vergessenheit geraten. Zurück zur Studie: Vor allem Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken verlangten im Schnitt 0,5 Prozentpunkte mehr als überregionale Banken, hieß es von Finanztest. Insgesamt verlangten derzeit 21 der untersuchten Institute mehr als 14 Prozent für das Überziehen des Girokontos. Zudem bemängelten die Verbraucherschützer, dass es für Bankkunden sehr schwierig sei, überhaupt Informationen zu den anfallenden Dispozinsen zu erhalten. Manche Banken hätten erst gar nicht auf deren Umfrage reagiert, manche löschten den Angaben zufolge nach der Anfrage die vorher im Internet frei zugänglichen Dispozins Informationen. Nun bleibt abzuwarten wie die Bankinstitute auf die Finanztest-Studie reagieren werden. Denn momentan sieht es für den Verbraucher so aus, als würden manche Banken den günstigen Leitzins bzw. das Krisenmanagment der EZB dazu nutzen mehr Gewinne für sich zu vereinnahmen.  Dabei sollte doch die niedrig Zinspolitik der EZB Verbrauchern wie Banken gleichermaßen einen Nutzen bieten. Was wird sich ändern? Am wahrscheinlichsten ist, dass alles beim Alten bleiben wird, solange die Kunschaft der Banken keinen Druck ausübt. Da auf die Fairnis einiger Banken wohl kein Verlass ist, muss es wohl die "unsichtbare Hand" des Marktes alleine regeln. Nur durch den massenhaften Bankwechsel zu einem günstigeren Anbieter, werden die betreffenden Banken vielleicht eine Änderung ihrer Dispo-Zinspolitik in Erwägung ziehen.