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Freitag, 27 Juli, 2012

Wie die Postbank in einer Studie festgestellt hat, sind Erbschaften in 14 Prozent der Fälle an bestimmte Bedingungen geknüpft. In einem solchen Fall können Sie das Erbe nur antreten, wenn Sie die Auflagen des Nachlassgebers erfüllen, andernfalls haben Sie keinen Anspruch auf das Erbe. Das "Deutsche Forum für Erbrecht e.V. bestätigt diese Tendenz.

Häufige Auflagen

Als häufige Gründe für eine mit Auflagen verbundene Erbschaft werden Zweifel am Umgang mit dem Vermögen oder bestimmte Willensbekundungen genannt, die dem Erblasser am Herzen liegen. Bestehen Zweifel am Umgang mit dem Vermögen, ist die Erbschaft oftmals mit finanziellen Auflagen wie einer bestimmten Anlageform verbunden. Handelt es sich um eine Herzensangelegenheit des Erblassers, sind die Bedingungen vielseitiger:

  • Grabpflege
  • Finanzielle Unterstützung einer Person oder Institution
  • Pflege von Angehörigen oder Tieren
  • Verkaufsverbot einer Immobilie
  • Hauseigentum ist an Wohnrecht geknüpft

Aus den Ergebnissen der von der Postbank in Auftrag gegebenen Allensbachstudie geht weiterhin hervor, dass mit Auflagen verbundene Erbschaften zunehmen, wenn der Nachlass einen Wert von 100.000 Euro übersteigt: Jeder vierte Erblasser trifft hier bestimmte Regelungen.

Unwirksame Auflagen

Grundsätzlich kann der Nachlassgeber frei entscheiden, an welche Auflagen er das Erbe knüpft. Grenzen sind lediglich durch das Gesetz gegeben und dem Erben muss die Erfüllung möglich sein. Weiterhin ist auf eine eindeutige juristische Formulierung zu achten.

Aufschiebende und auflösende Bedingung

Der Erblasser kann aufschiebende und auflösende Bedingungen definieren. Soll der Erbe das Vermögen erst mit Erreichen der Volljährigkeit, nach der erfolgreichen Beendigung der Ausbildung oder nach der Heirat erhalten, handelt es sich um eine aufschiebende Bedingung. Mit einer auflösenden Bedingung darf der Erbe über den Nachlass verfügen, verliert diesen Anspruch jedoch, wenn er eine Auflage nicht erfüllt - er muss das Vermögen dann wieder abgeben.

Kein gesetzlicher Anspruch

Das Erbrecht ist zwar im BGB geregelt, als Nachlassgeber haben Sie dennoch keine Sicherheit, dass Ihre Auflagen später auch tatsächlich erfüllt werden. In der Regel wird daher ein Testamentsvollstrecker bestimmt, der das Erbe treuhänderisch verwaltet und die Umsetzung der Auflagen überwacht. Als Treuhänder kommen in erster Linie Notare, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer zum Einsatz. Sie können auch eine Privatperson mit der Überwachung beauftragen, Ihre Rechte können jedoch bei einem Verstoß nur schwer ohne juristische Unterstützung durchgesetzt werden.