Einlagensicherung der Sparkassen und Landesbanken

Einlagensicherung Sparkassen

Ein eigenständiges System zur Einlagensicherung unterhalten sie Sparkassen und Landesbanken in Deutschland. Damit bieten sie ihren Kunden eine 100 Prozent Absicherung gegen Zahlungsausfälle des jeweiligen Institutes.

Organisiert wird das Schutzsystem auf Basis eines solidarischen Prinzips der beteiligten Kreditinstitute untereinander. Konkret erfolgt die Sicherung innerhalb eines mehrstufigen Aufbaus.

Das vierstufige Modell

Das komplexe, vierstufige Modell zur Einlagensicherung bei Sparkassen und Landesbanken ergänzt die gesetzliche Grundsicherung und kommt für Beträge und Ausfälle auf, die durch die Mindesteinlagensicherung nicht abgedeckt sind.

Bis zu welcher Höhe deckt die gesetzliche Einlagensicherung ab?

  • Die gesetzliche Einlagensicherung deckt seit 2010 100% der Einlagen bis maximal 100.000 Euro pro Person ab.
  • Zusätzlich werden 90% der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften bis zu einer Obergrenze in Höhe von 20.000 Euro abgedeckt.

416 Sparkassen, 8 Landesbanken und 9 Landesbausparkassen beteiligen sich in dem sogenannten Haftungsausschuss und stehen im Ernstfall für einander ein. Ihre Anlagen sind, ob Sie nun privater oder gesetzlicher Anleger sind, zu 100% abgesichert.

Das vierstufige Modell gliedert sich folgendermaßen:


Erste Stufe:
Regionale Stützungsfonds der Sparkassen

Die erste Stufe bilden die regionalen Sparkassenstützungsfonds. Die gesamte Organisation der Sparkassen ist in Deutschland in 11 regionale Verbände aufgeteilt. Jeder dieser Sparkassenverbände unterhält einen eigenständigen Fonds, der, im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Zahlungsunfähigkeit eines einzelnen Institutes, aktiv Hilfe leistet, indem Zuschüsse und Darlehen aus dem Fonds gewährt werden. Finanziert wird der Stützungsfonds durch Beiträge der einzelnen Institute. Diese bringen jährlich einen Beitrag in Höhe von 0,3 Prozent der Bilanzposition “Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken” ein.

Überregionale Stützungsfonds der Sparkassen
Sind die Mittel aus den regionalen Stützungsfonds erschöpft, werden zunächst die überregionalen Sparkassenunterstützungsfonds zur Hilfe gebeten, bevor die zweite Stufe in Kraft tritt. Somit unterstützen zunächst Institute, die außerhalb des eigenen Regionalbereiches liegen. So stehen jeder Sparkasse in Deutschland die Mittel aller 11 Stützungsfonds zur Verfügung, was gleichzeitig eine ausgeprägte Sicherheit der betroffenen Bankkunden mit sich bringt.

Zweite Stufe: 
Sicherungsreserven der Landesbanken und Girozentralen

Reichen die Mittel aus der ersten Stufe nicht aus, so unterstützen in der zweiten Stufe die Sicherungsreserven der Landesbanken und Girozentralen und gewähren ebenfalls Zuschüsse und Darlehen, wenn einzelne Sparkassen oder auch Landesbanken in wirtschaftlich schwierige Situationen geraten. Die Gelder auf dieser Ebene werden in Form einer Sicherungsreserve bereitgestellt und verwaltet.

Dritte Stufe:
Sicherungsfonds der Landesbausparkassen

Wie bereits die Fonds der Landesbanken unterstützen in der nächsten Ebene die Sicherungsfonds der Landbausparkassen.

Vierte Stufe:
Gewährträgerhaftung

Sollten die Gesamtmittel der Fonds aller Sparkassen, Landesbanken und Girozentralen nicht ausreichen, um wirtschaftliche Defizite angeschlossener Partner auszugleichen, dann stehen in der vierten und letzten Stufe die öffentlichen Gebietskörperschaften als Gewährsträger zur Verfügung. Diese sind, je nach Zuständigkeit, Gemeinden, Städte, Landkreise oder Bundesländer, denen es obliegt, den Bestand der Sparkassen und Landesbanken in der Region zu sichern.

Die vierte Stufe der Einlagensicherung bei Sparkassen - auch Gewährträgerhaftung genannt - greift allerdings verbindlich nur noch für Anlagen, die vor dem 19.07.2005 getätigt wurden und eine Laufzeit bis maximal 31.12.2015 haben.

Bisher kam es noch nie dazu, dass eine Sparkasse die Gewährträgerhaftung in Anspruch nehmen musste - bisherige Schieflagen wurden durch die ersten drei Maßnahmen bereits behoben. 

Sollte eine Sparkasse zukünftig Hilfe der öffentlichen Hand benötigen, ist dies grundsätzlich möglich. Kapital der öffentlichen Hand darf zur Verfügung gestellt werden, wenn es vergleichbaren Bedingungen unterliegt, wie Kapital, das aus der Privatwirtschaft stammt. Die Sparkasse darf also Kapital nur geliehen bekommen, wenn sie dafür marktübliche Zinsen an die öffentliche Hand entrichtet.

Weitere Informationen zum Thema Einlagesicherung

Einleitung: Einlagesicherung und Einlagesicherungsfonds

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So funktioniert die: Einlagesicherung der Volksbanken und Raiffeisenbank

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